Darmsanierung nach Anwendung von Antibiotika

Warum?

Die meisten von uns haben bereits des Öfteren in ihrem Leben Erfahrungen mit Antibiotika gemacht. Eine Studie der DAK-Gesundheit hat ergeben, dass ein Drittel der Befragten in den letzten 12 Monaten mindestens einmal ein Antibiotikum verschrieben bekommen hat. Bronchitis, Erkältungen und Husten gelten häufig als Verordnungsgrund. Ein Antibiotikum kann bei richtiger Anwendung Leben retten, doch aufgrund mangelnder Aufklärung hat sich in unserer Gesellschaft leider eine Über- und Fehlversorgung mit Antibiotika entwickelt.

Warum nehmen wir Antibiotika ein? Was passiert bei der Einnahme von Antibiotika? Und warum ist eine Darmsanierung nach der Einnahme von Antibiotika zwingend notwendig?

Wenn eine bakterielle Infektion zu Krankheit (Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Borreliose, Blasenentzündung etc.) führt, wird vom Arzt in der Regel ein Antibiotikum verschrieben. Ziel hierbei ist es, durch die Einnahme die verantwortlichen schädlichen Bakterien abzutöten. Der Name Antibiotikum weist bereits auf diese Eigenschaft hin (von gr. anti = „gegen“ und bios = „Leben“). Problematisch ist hier jedoch, dass das Antibiotikum nicht zwischen verschiedenen Bakterienarten unterscheiden kann und somit sowohl schädliche als auch nützliche Bakterien tötet.

Mit den drei natürlichen Basiskomponenten der Darmsanierung können sie Ihre Darmflora wieder aufbauen

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Wir sind auf Bakterien in unserem Darm angewiesen!

Das Wort Bakterium ist heutzutage leider oft negativ behaftet, dabei leben in unserem Organismus überwiegend nützliche Bakterien. Auf der Darmoberfläche befinden sich etwa 100 Billionen Bakterien, und 90–95 % dieser Bakterien sind nützlich und leben größtenteils in vollkommener Symbiose mit unserem Körper. Diese Mikroorganismen, welche in der Darmschleimhaut zwischen all den Falten und Zotten beheimatet sind, bilden unsere Darmflora. Sie sind maßgeblich dafür verantwortlich, wie die von uns aufgenommene Nahrung verwertet wird. Durch die Einnahme von Antibiotika werden auch diese nützlichen Darmbakterien abgetötet, was zu einer Verschlechterung des Darmmilieus führt. Je nachdem, wie stark das Antibiotikum ist und wie es dosiert wird, sterben nicht alle Bakterien im Darm. In der Zeitspanne zwischen 6 Wochen und einem halben Jahr können sich die verbliebenen Bakterien wieder erholen und vermehren, bis sich die Darmflora wieder vollständig regeneriert hat. Doch dafür muss auf vieles geachtet werden, wie z. B. die Ernährung. Da dies den Wenigsten bekannt ist, ist es schwierig, die Darmflora wiederaufzubauen. Manchmal wird sogar schon das nächste Antibiotikum eingenommen, bevor sich die natürliche Darmflora überhaupt regenerieren konnte.

Der Mikrobiologe Dr. Mitchell Sogin hat in einer Studie am Marine Biological Laboratory in Woods Hole (USA) festgestellt, dass sich innerhalb von 4 Wochen nach Einnahme eines Antibiotikums ein Teil der Darmflora wieder erholt, während aber ein anderer Teil sich selbst noch nach 6 Monaten nicht regeneriert hat. Das bedeutet, dass sich nicht alle Darmbakterien ohne menschliches Zutun wieder erholen. Mithilfe einer Darmsanierung und der Zufuhr von hochwertigen Probiotika kann der Mensch aber aktiv den Neuaufbau der Darmflora fördern und beschleunigen. Doch selbst mit der Darmsanierung kann der Neuaufbau ein ganzes Jahr und länger dauern. Nützliche Darmbakterien brauchen in der Regel länger, um sich zu vermehren, als die schädlichen, was einen Nachteil für die gesunde Darmflora darstellt.

Mögliche Folgen eines schlechten Darmmilieus:

  • Schwaches Immunsystem
  • Verdauungsprobleme (Verstopfung, Durchfall, Blähungen, unverdauter Stuhl)
  • Müdigkeit
  • Allergien
  • Pilzinfektion (Candida)
  • Unreine Haut (Akne, Neurodermitis)
  • Unverträglichkeiten (Laktose-, Gluten-, Histamin-, Fructose-Intoleranz etc.)

Langfristige Folgen eines schlechten Darmmilieus

Das durch eine Antibiotikatherapie entstandene schlechte Darmmilieu kann sich in erster Linie durch Verdauungsbeschwerden bemerkbar machen, oft begleitet von Symptomen wie Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Leitungsschwäche. Plötzlich auftretende Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten können auch ein Zeichen für eine ungesunde Darmflora sein, vor allem wenn eine Allergie erst nach der Einnahme eines Antibiotikums auftritt. Langfristig stellen sich jedoch noch größere Gesundheitsrisiken ein. Ein unausgewogenes Darmmilieu bietet ideale Lebensbedingungen für Fäulnisbakterien, Pilze oder Parasiten. Schädliche Bakterien vermehren sich stark, während sich die Zahl der nützlichen Bakterien immer weiter reduziert. Das geschieht so lange, bis das Verhältnis kippt und die schädlichen Bakterien überwiegen.

Wenn über einen längeren Zeitraum hinweg keine Veränderung des Milieus stattfindet, wird die Nahrung immer weniger gut verdaut. Werden darüber hinaus häufig fertig zubereitete, „verarbeitete“ Lebensmittel konsumiert oder wird allgemein nicht gesund gegessen, verwandelt sich diese Nahrung unter Einwirkung der nun vorherrschenden Fäulnisbakterien in einen fauligen Schlick. Im Laufe der Zeit lagert sich dieser Schlick an den Darminnenwänden ab. Bei vielen von uns werden diese „Kotmassen“ mangels körperlicher Bewegung, Stress, Nahrungsmittel, die wir zu uns nehmen, und aus vielen weiteren Gründen (welche meist in erster Linie für die Entstehung des Milieus verantwortlich sind) nur unzureichend entsorgt. Die abgelagerten Kotmassen vermehren sich im Laufe der Zeit, und ältere Schichten beginnen zu mineralisieren – also sich zu verhärten. Der verengte Verdauungstrakt hat es somit ohnehin schon schwer mit dem Umgang der Verschlackung im Darm und verbraucht bei dieser Arbeit zu guter Letzt viel Energie, anstatt Energie zu generieren.

Hier zeigt sich schließlich die große Bedeutung einer Darmsanierung. Nahrungsumstellung allein ist oft nicht effektiv genug, da der Darm nicht mehr in der Lage ist, die Nährstoffe optimal aufzunehmen. Die Darmwände müssen zunächst von den Schlacken befreit werden, um anschließend wieder Raum für nützliche Bakterien zu schaffen. Zur Darmsanierung werden ausschließlich natürliche Nahrungsmittel verwendet, welche die mineralisierten Schlacken nach und nach lösen und deren Ausscheidung ermöglichen. Außerdem unterstützen diese Nährstoffe unsere nützlichen Darmbakterien und sorgen so für eine gesunde Darmflora.

Blaser M. Antibiotic overuse: Stop the killing of beneficial bacteria. Nature 2011;476(7361):393–4

DAK Forschung. Antibiotika-Report 2014. https://www.dak.de/dak/download/antibiotika-report-2014-1486100.pdf (letzter Zugriff 21.01.2019)

Dethlefsen L, Huse S, Sogin ML, Relman DA. The pervasive effects of an antibiotic on the human gut microbiota, as revealed by deep 16S rRNA sequencing. PLoS Biol 200818;6(11):e280

Francino MP. Antibiotics and the Human Gut Microbiome: Dysbioses and Accumulation of Resistances. Front Microbiol 2016;6:1543

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NN. Effekte von Anti- und Probiotika. Pharmazeutische Zeitung. 14.12.2010, https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-502010/effekte-von-anti-und-probiotika/ (letzter Zugriff 21.01.2019)